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  1. Müssen wir auf den Plattformen interagieren?
    Social Media ist grundsätzlich keine Einbahnstraße in Sachen Kommunikation. Der Dialog sollte an allererster Stelle stehen – und der besteht nun mal aus Interaktion mit der eigenen Community. Bei einem persönlichen Gespräch mit den Bürgern würden Sie schließlich auch nicht anfangen, sich Augen und Ohren zuzuhalten, um Fragen zu verhindern. Was sich im realen Leben bei Dialogen nicht empfiehlt, gehört sich in den sozialen Netzwerken ebenso wenig. Je aktiver Sie auf Ihre Community zugehen, desto mehr werden Sie auch zurückbekommen. Antworten Sie auf Kommentare, liken Sie Beiträge aktiver Fans oder teilen Sie passende Beiträge auf Ihren Profilen.
  2. Wie viel Zeit sollte ich für Social Media Arbeit einplanen?
    Eine Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt, da der zeitliche Aufwand von vielen Faktoren abhängig ist. Grundsätzlich kann man pro Kanal zwischen 8 und 24 Stunden im Monat kalkulieren. Es kommt darauf an, mit welche Intensität die einzelnen Kanäle bespielt werden, wie aufwendig die Produktion der Inhalte bzw. Wie effektiv der jeweilige Workflow ist. Je besser sich die Mitarbeiter mit den einzelnen Tools auskennen und je mehr Übung sie haben, desto besser und schneller kommt man voran. Einer der größten Zeitfresser ist dabei das fehlen von mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets und eine zugehöriger Datenvertrag. Ohne brauchen die Mitarbeiter häufig 3 bis 10x so lange für einzelne Beiträge. Bitte sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle und frustrieren Sie das Social Media Team nicht unnötig!
  3. Wie wichtig sind eigene Bilder für Social Media?
    Mit dem verstärkten Einsatz von Instagram kommt auch immer häufiger die Frage nach der Bildqualität. Fragen wir anders herum: Wollen Sie positiv oder negativ auffallen? Leider gibt es immer noch Accounts, die Print-Flyer, Zeitungsartikel oder das klassische Gruppenbild veröffentlichen. Das passt nicht zur emotionalen und persönlichen Ansprache, die sonst in den sozialen Medien üblich ist. Schauen Sie sich also bitte an, welchen Accounts Ihre Zielgruppe sonst noch folgt, um ein besseres Gefühl für die richtige Bildsprache zu bekommen. Die Umsetzung muss dabei nicht fotografisch perfekt sein – aber sie sollte zum Netzwerk passen.
  4. Warum ist „kurz und knackig“ so wichtig?
    Menschen, die sich häufig mit digitalen Medien auseinandersetzen, nehmen Informationen intensiver und effizienter auf und filtern schneller nach Relevanz. Das heißt: Informationen müssen Aufmerksamkeit erregen und nützlich sein. Dafür hat man eine Daumenbewegung (= Scrollen durch die Neuigkeiten auf dem Telefon) lang Zeit. Gelingt es mir nicht, schnell auf den Punkt zu kommen, ist der Nutzer schon beim nächsten Inhalt. Hier gilt – wie bei Texten auf Websites auch – das Wichtigste zuerst! Denn nur, wenn das als relevant eingeschätzt wird, beschäftigt sich der Nutzer auch weiter mit uns.
  5. Sollten Kommunen soziale Medien bei all den Datenschutz-Bedenken überhaupt nutzen?
    Meiner ganz persönlichen Meinung nach, ist es gerade heute wichtiger denn je vertrauenswürdige Vertreter in den sozialen Medien zu haben. Viele Menschen verbringen dort sehr viel Zeit und sind unterschiedlichsten Informationen ausgesetzt. In Zeiten von Fake-News und Verschwörungstheorien brauchen wir dringend offizielle Anlaufstellen, die Personen auch außerhalb der klassischen Medien erreichen und für den Dialog offen sind. Ich hoffe sehr, dass wir rechtlich einwandfreie Wege finden, hier auch weiterhin Bürger mit korrekten Informationen zu versorgen und zu zeigen, dass die Verwaltungen in einer funktionierenden Demokratie ein essenzieller Bestandteil des Lebens sind und ein offenes Ohr für die Bürger und ihre Belange und Ängste haben.