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Der Mangel an Experten, Spezialisten und Fachkräften nimmt in Deutschland über die letzten Jahre deutlich zu. Auch die öffentliche Verwaltung ist immer stärker davon betroffen.

Geeignete Bewerber zu finden wird zu einer Herausforderung und die Konkurrenz auf dem freien Markt ist groß. Umso wichtiger wird es daher, sich auch über die sozialen Medien als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dabei reicht es jedoch nicht, hier und da mal einen kurzen Verweis auf neu veröffentlichten Stellenanzeigen zu posten.

Machen Sie sich bewusst, dass die Wahl eines Ausbildungsberufes oder Arbeitgebers für jeden Menschen eine Entscheidung darstellt, die das Leben für die nächsten Jahre maßgeblich beeinflusst und daher nicht leichtfertig getroffen wird.

  1. Taten statt WorteViele Stellenangebote werben mit typischen Begriffen wie „familienfreundlich, abwechslungsreich oder verantwortungsvoll“. Diese Begriffe sind austauschbar und setzen Sie nicht von Ihren „Konkurrenten“ ab.Füllen Sie diese Begriffe mit Leben und zeigen sie, wie diese bei Ihnen konkret umgesetzt werden. Was empfindet die junge Mutter als familienfreundlich? Was erlebt der Azubi als abwechslungsreich? Lassen Sie Mitarbeiter persönlich zu Wort kommen und beschreiben, wie sie ihre Arbeit für die Stadt und im Team erleben. Das macht es deutlich glaubhafter und greifbarer für mögliche Bewerber.
  2. Der Blick hinter die KulissenNutzen Sie Netzwerke wie Facebook und Instagram, um immer wieder einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Zeigen Sie das Arbeitsumfeld und verschiedene Tätigkeitsbereiche. Viele Außenstehende haben vielleicht nur Sachbearbeiter*innen im Büro im Kopf, aber vergessen Erzieher*innen, Veranstaltungstechniker*innen oder Forstwirt*innen.Zeigen Sie die Bandbreite der Möglichkeiten, Fortbildungsangebote und gerne auch mal, wenn es etwas zu feiern gibt – sei es das Dienstjubiläum, Verabschiedung in die Elternzeit oder einfach nur ein Geburtstag. Das macht sympathisch und vermittelt zwischen den Zeilen viel über Atmosphäre und Zusammenhalt.
  3. Direkte Kommunikation auf AugenhöheLaden Sie Interessenten und Bewerber zum Dialog ein! Fordern Sie sie dazu auf, Fragen zu stellen und beantworten Sie diese zeitnah oder gar in einem Live-Format. Besonders spannend wird es, wenn Azubis oder Amts- bzw. Teamleiter sich den Fragen stellen. Sie können auf einer ganz anderen Ebene berichten und persönliche Erfahrungen schildern. Hierfür können Sie neben Facebook und Instagram auch einmal über WhatsApp- oder Threema-Gruppen nachdenken.Machen Sie sich bewusst: Für jeden Menschen bedeutet der Neueinstieg in ein Berufsumfeld eine Veränderung mit vielen Unbekannten. Neue Umgebung, neue Kollegen, neue Aufgaben. Je mehr Hürden Sie vorab im Kopf abbauen können, umso mehr Nähe und Bindung schaffen Sie schon von vornherein zu möglichen Bewerbern.
  4. Wiederholung, Wiederholung, WiederholungWenn es darum geht, ein einfaches Produkt zu einem erschwinglichen Preis zu kaufen, brauchen Menschen zwischen 7 und 12 Kontaktpunkten, bevor sie sich zum Kauf entscheiden.

    Immer wieder erlebe ich, dass der Hinweis auf offene Stellen ein einziges Mal gepostet wird und man sich dann wundert, dass nicht ausreichend Bewerbungen kommen. Wiederholung ist ein essenzieller Schlüssel zum Erfolg. Man muss diese Information erst einmal im Gehirn der Rezipienten verankern. Da reicht ein einmaliger Hinweis nicht aus.Wer sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren will, muss das als dauerhaftes Thema im Redaktionsplan verankern. Die Hinweise auf offene Stellen müssen (rechtzeitig vor Bewerbungsschluss!) zwischen 10 und 20 Mal gepostet werden. Im Idealfall wählt man dafür verschiedene Betrachtungswinkel (z.B. Abteilungsleiter und Azubi) und unterschiedlichen Argumenten, warum man sich UNBEDINGT auf diese Stelle bewerben sollte. Von den harten Fakten wie Förderung, Fortbildung und Vergütung bis hin zu „weichen“ Themen wie liebe Kollegen, tolle Mitarbeiterausflüge und Spaß bei der Fortbildung gibt es unzählige Aspekte und somit wird auch der 20. Beitrag zur offenen Stelle nicht langweilig.